Endemische Vogelarten
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Kanarienvogel (Serinus canaria)
Dieses liebgewonnene, urkanarische Symbol wird etwa 12 cm lang. Es erhielt seinen Namen wegen seines Herkunftsortes, als es einst am Europäischen Festland ankam. Man nennt den kleinen Sänger auch Wild-, Berg-, oder gemeiner Kanare. Das Gefieder des Weibchens ist weniger strahlend gelb als das des Männchens, die Jungvögel haben eine goldbraune Färbung. Der Kanarienvogel ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensamen und Knospen, abgerundet durch kleine Würmer und Insekten. Er baut seine Nester in Bäume, Büsche und Sträucher, die er pro Gelege mit drei bis fünf Eiern bestückt.
Man findet den Kanarienvogel sowohl in den Niederungen als auch in Höhenlagen der Inselgruppe. Für die Aufzucht der Jungen bevorzugt er allerdings waldige Gebiete. Nach der Brutzeit bildet der kleine endemische Vogel Schwärme, die in großer Zahl in den Höhen Gran Canarias und den anderen Inseln der Ostprovinz zu beobachten sind.
Der Kanarienvogel war wegen seines schönen Gesangs schon immer sehr beliebt. Deshalb wurde er auch bereits im 15. Jhdt. von Reisenden mit nach Europa genommen. Seltsamerweise wurde er erstmals in Flandern kommerziell gezüchtet. Heute gibt es eine große Zuchtkultur, deren Gemeinde aus Experten und Liebhabern dieser Art besteht. Über die Jahrhunderte ist aus dem Ur- Kanarienvogel eine Vielzahl von domestizierten Unterarten hervorgegangen, die sich in Form und Farbe voneinander unterscheiden.
Studien zu Folge könnte der Name „Kanare“, genau wie der des Kanaren -Archipels von dem lateinischen Verb „canere“ (singen), oder vom Substantiv „canis“ (der Hund) kommen.
Caminero (dt. „Straßenarbeiter“/ lat. Anthus Berthelotii)
Mit seinen 15 cm Länge ist er nur wenig größer als der Kanarienvogel. Seinen Namen hat er bekommen, weil er ein so virtuoser Läufer ist. Das Federkleid ist von diskreter Färbung und sowohl beim Männchen als auch beim Weibchen in zarten Erdtönen gehalten. Das ermöglicht dieser endemischen Vogelart bei ihren Spaziergängen völlig unentdeckt zu bleiben. Wie bei den meisten Insektenfressern ist sein Schnabel lang und spitz. Er benutzt ihn wie eine Pinzette um Insekten und andere wirbellose Tiere zu fangen. Das macht ihn zu einem wertvollen Helfer in der Landwirtschaft. Besonders effizient ist er speziell was die Schädlinge angeht, die die Kanaren bevölkern. Der Camionero legt in der Regel drei bis vier Eier in Nester, die er, im Schutz von Vegetation und Steinen, am Boden baut. Er ist einer der meist verbreiteten Vogelarten auf dem Archipel. Man trifft ihn auf allen Inseln auf offenen Landstrichen sowie an Waldrändern und –Lichtungen.
Alcaudón real (dt. „Königswürger“/ lat. Lanius excubitor)
Mit seinen 24 cm ist er etwa so groß wie eine Amsel. Bei beiden Geschlechtern ist das Federkleid fast identisch. Schon die Jungvögel sind graubraun und haben genau wie die Weibchen feine, graue Streifen auf der Brust, die dem Männchen fehlen. Sein Schnabel ist, ähnlich wie bei Geiern gebogen und ausgezeichnet zum Insekten- und Eidechsenfang geeignet. Manchmal jagt er auch andere Vögel, die er anlockt indem er ihre Balzlaute imitiert. Nachdem seine Beine nicht kräftig genug sind, um seine Beute zum Fressen festzuhalten und zu zerreißen, spießt er sie in stacheligem Gestrüpp auf. Oft schlägt er Beute und bewahrt sie dann ähnlich wie in einer Speisekammer, aufgespießt auf. Er nistet im Gestrüpp und in Gebüschen, wo er pro Saison drei bis fünf Junge aufzieht.
Der kanarische Alcaudón (Lanius excubitor koenigi) ist eine endemische Unterart, die in Wüstengebieten sowohl in den Niederungen als auch in den Höhenlagen vorkommt. Besonders häufig sieht man ihn auf Teneriffa und den anderen Inseln der Westprovinz.

