Gedichte

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Heiß-kalte Gefühle


Ich schaue auf mich

Ich fühle in mich

Was ich zu fühlen erhoffe?

Das weiß ich nicht.


Beschreib es mir, bittest du mich;

ich schau dir tief dabei ins Gesicht.

Heiß-kalt fühlt es sich an,

ich gewöhn mich gerade daran.


Wie Lavastein scheint es zu sein.

Erkaltet und rau und doch wunderschön.

Der aufsteigende Rauch vernebelt die Sinne;

lässt Glut unter dem kalten Stein erahnen.


Ich schau voraus, 10 Meter weit nur.

Seh zum Glück das Meer noch nicht.

Es ist da und ich versuche ob ich es hören kann.

Aber nichts, kein noch so leises Rauschen.


Ich mag das Meer nicht, es löscht die Lava.

Es ist furchteinflößend und grausam zuweilen;

unberechenbar und alles verschlingend.

Von mir nicht zu bezwingen.


Heiß-kalt eine bestechende Mischung.

Alles zulassend und doch auch alles niederringend.

Wo ist der Spalt in den ich mich fallen lasse,

wo der Spitze Grat der mir die Seele aufschlitzt.


Ich schließe einen Pakt mit dem Vulkan:

Ich bleibe bei dir, in Rauch und Nebel,

vertreibe deine Einsamkeit mit meiner Nähe.

Du schaffst mir einen warmen Platz mit einem einzigen glatten Stein.


Dann schauen wir voran. Jeder nur einen Meter.

Er für sich, ich für mich.

Ruhe breitet sich aus, Gelassenheit.

Die Zeit vermischt Glut und Stein.


Ein zäher Strom entsteht.

Heiß an der Quelle, kühler am Rand.

Stetig und unaufhaltsam fließt er voran.

Das Meer verdampfend durch seine Kraft


-Silke Wischnewski-

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