MUSTER - Parque Del Drago
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[bearbeiten] Parque Del Drago
Das Leben der Guanchen zum Anfassen und Anschauen
Noch heute ist der kanarische Alltag von den Traditionen der kanarischen Ureinwohner, den Guanchen, geprägt. Ihre Mythen, Gebräuche, Gewohnheiten, und sogar einige ihrer Sportarten sowie ihre sagenhafte Freundlichkeit sind hier bis heute lebendig geblieben. Und das, obwohl die Urguanchen bei der Eroberung durch die Spanier im 15. Jahrhundert quasi ausgerottet wurden.
Im Drago Park, der rund um den legendären Drachenbaum im Herzen Icods entstanden ist, können Besucher eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen, und den Alltag der Ureinwohner hautnah erleben. Die lebensgroßen Figuren stellen auf einem Rundgang durch die Naturbelassene, wildschöne Kulisse des Parks verschiedene Alltagssituationen dar. So kann man sich einen guten Eindruck verschaffen, wie die Realität dieser Menschen damals ausgesehen hat.
Obwohl aus dieser Zeit wenig überliefert werden konnte, wurden beim Bau des Parks Überlieferungen, und neuzeitliche Kenntnisse sowie Forschungsergebnisse zu einem plastischen und anschaulichen Gesamtbild zusammengefügt. Die Guanchen waren nämlich keine zurückgebliebenen „Höhlenmenschen“ wie oft behauptet wird, sondern hatten über die Jahrhunderte eine relativ hochstehende, eigenständige Kultur entwickelt. Kommen Sie also nach Icod de los Vinos, und lassen Sie sich entführen in die sagenumwobene Welt der Ur-Canarios. Um uns zu finden folgen Sie einfach der Strassenbeschilderung.
Wir erwarten Sie täglich von 9 bis 18 Uhr.
Plaza Constitución 1,
38430 Icod De Los Vinos (Tenerife), Tel:
+34 922 814 436
[bearbeiten] Herkunft, Kultur & Legenden
Man nimmt an, dass die Ahnen der Guanchen Berber aus dem Norden Afrikas waren, die im ersten Jahrhundert vor Christus auf den bis dahin unbesiedelten Inseln ankamen. Hier fanden sie Wasser, üppige Vegetation und fruchtbaren, vulkanischen Boden vor, was optimale Bedingungen zum Siedeln bot. Diese Abstammungstheorie erklärt auch das äußere Erscheinungsbild der großgewachsenen Guanchen mit blonden Haaren und hellen Augen. Die Berber waren ein friedliebendes Hirten- und Bauernvolk, und auch die Guanchen wurden in historischen Quellen immer als gastfreundliche, friedliche Menschen beschrieben.
Funde belegen, dass die Stämme jeweils von einem königlichen Oberhaupt, einem so genannten Mencey regiert wurden. Daneben gab es einen Weisenrat, den Guañameñe. Dieser bestand aus älteren Männern, die den Regenten mit Hilfe von Hellseherei und magischen Zauberriten beratend zur Seite standen. Man geht davon aus, dass sie auch über meteorologische und astronomische Kenntnisse verfügten.
Außerdem besaßen die Guanchen offenbar ein fundiertes Wissen über Heilmittel aus der Natur und deren Anwendung. Gartenanlagen und Samenfunde zeugen davon dass die Kräuter nicht nur in der Wildnis gesammelt, sondern darüber hinaus, auch intensiv kultiviert wurden.
Ihre Toten bestatteten die alten Guanchen. Dafür nutzten sie die natürlichen Höhlen an den Steilküsten. Da diese nur schwer zugänglich waren garantierten sie die Ruhe der Verstorbenen. Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie Tonkrüge, Lanzen, Hirtenstäbe, Felle und Schmuck dienten als Grabbeigaben. Ranghohe Stammesmitglieder wurden sogar mumifiziert - eine Parallele zur Hochkultur Ägyptens. So vermuten Historiker, dass es eine Verbindung zwischen dem alten Ägypten und den Guanchen gab. Allerdings geht man davon aus, dass der Kontakt der beiden Kulturen zeitlich eher vor der Übersiedlung auf die Kanaren anzusiedeln ist, also noch in Nordafrika zwischen Berbern und Ägyptern gepflegt wurde. Das würde auch die Herkunft des astronomischen und meteorologischen Wissens der Guañameñe erklären.
Legenden überliefern uns, dass der letzte große Mencey Bencomo, den Einflussreichsten seines Beraterstammes töten ließ, weil dieser die Invasion fremder Eindringlinge (der Spanier) geweissagt hatte. So weiß man auch, dass vor allem das zentrale Gebirge Imobach rund um das heutige Icod de los Vinos den Aufständischen, die sich den Invasoren nicht unterwerfen wollten, nach der Eroberung noch jahrelang als Versteck und Zufluchtsort gedient hat. Durch diese Rebellen konnte vielleicht auch ein Teil der versunkenen Guanchenkultur bis heute in den Canarios überleben.

